10.2001 - 02.2002
macromedia director

metamind

team:
Andrea Feigl
Hartmut Bohnacker

dokumentation:
metamind_doku.pdf
(german) 1.84 MB


metamind is our graduate project at the FH Schwäbisch Gmünd, Hochschule für Gestaltung.


Interactive demonstation of metaminds tree structure




english version of this page coming soon


Das Internet stellt eine riesige Informationsmenge zur Verfügung. Der Einzelne sitzt oftmals orientierungslos vor dem Bildschirm und hat kaum Möglichkeiten sich mit anderen Personen auszutauschen.

MetaMind ist ein offenes System, das den Benutzern ermöglicht, ihr Wissen über das Internet zu kommunizieren.

Ein großer Teil dieses Wissens über das Internet steckt in den Bookmarks der einzelnen User. Jeder schafft sich eine persönliche Wissenslandkarte der Internets, indem er interessante Websites findet, selektiert, ordnet und bewertet. Es entsteht ein Archiv, das die individuellen Interessen des Nutzers widerspiegelt.

MetaMind ist eine Software, mit der Bookmarks archiviert und gesucht werden können.

Indem sich der User im System anmeldet, sind seine gesammelten Bookmarks für ihn bearbeitbar. Sie werden von ihm angezogen und kommen damit in seine Reichweite.
Die Bookmarks sind in einer hierarchischen Ordnungsstruktur organisiert. Die Menge der Bookmarks ist stets sichtbar und bildet die persönliche Wissenslandkarte. Die Gruppierungsinformation der tieferen Ebenen wird erst sichtbar, wenn eine Gruppe "aufgeklappt" wird.

Sobald der User die unterste Ebene erreicht, kann er die enthaltenen Bookmarks bewerten, indem er sie näher oder entfernter zum Zentrum legt. Er drückt dadurch eine generelle Einschätzung des Bookmarks aus.

Um einen schnelleren überblick zu bekommen, bietet das System eine Detailansicht.

Innerhalb des Bookmark-Systems stehen dem User alle Funktionen kontext-abhängig zur Verfügung. Wird ein Objekt durch Klick aktiviert, bewegen sich die Funktionen, die in diesem Zusammenhang benutzt werden können, an diese Position.

Jeder Benutzer des Systems kann seine Bookmarks nach individuellen Gesichtspunkten ordnen, d. h. er kann eigene Gruppenbezeichnungen verwenden. Der Pfad, unter dem ein Bookmark abgelegt ist, definiert dieses genauer. Er ist sozusagen eine Kurzbeschreibung des Bookmarks in Form von Sichwörtern. Diese Kurzbeschreibung des Bookmarks wird immer genauer und differenzierter, je mehr User dieses Bookmark abgelegt haben.

Hier kann es zu Problemen kommen, weil es viele verschiedene Begriffe für ein und dieselbe Bedeutung geben kann, das System aber keinen Zusammenhang zwischen diesen Begriffen erkennt.
Wenn ein User einen neuen Gruppennamen benutzt, der bisher noch von niemandem eingeführt wurde, wird dieser aufgefordert, ein Synonym anzugeben. Das System bietet dazu eine Auswahl von Begriffen an, die schon von anderen Usern als Bezeichnung ihrer Gruppen verwendet wurden. Das System hat von da an die Möglichkeit, beide Begriffe als gleichbedeutend zu betrachten und dadurch den Austausch mit Anderen zu verbessern.

Die Suche nach Bookmarks, bzw. Webseiten wird gestartet, indem eine Gruppe ausgewählt wird. Der User setzt den Fokus auf die Gruppe und definiert damit das Zentrum der Suche. Die restlichen Gruppen werden geschlossen und lenken die Aufmerksamkeit auf den Suchpfad. Er fordert dadurch das System auf, weiter Bookmarks für diese Gruppe zu suchen.

Die vom System gefundenen Bookmarks formieren sich radial um das Suchzentrum. Je näher ein Bookmark zum Zentrum rückt, desto besser entspricht es der Suchdefinition.

Das System generiert Stränge aus den Informationen, die es über die Bookmarks hat. Diese Stränge sind als Angebot an den User zu verstehen, in welche Richtung die Suche verfeinert werden könnte.
Das kann bedeuten, dass ein Strang explizit ausgeschlossen wird, oder zur Suchdefinition hinzugefügt wird.

Um beurteilen zu können, ob ein Bookmark für den User nützlich ist, muss es die Möglichkeit geben, die Website anzuschauen. Ein Doppelklick auf ein Bookmark öffnet eine Vorschau auf die Website. Falls die Vorschau ausreicht, kann das Bookmark bei Bedarf in das eigene Archiv abgelegt werden. Andernfalls kann die Website in die Originalgröße aufgezogen werden und ist damit voll funktionsfähig.

Nachdem die Suche beendet wurde, befinden sich die abgelegten Bookmarks noch unbewertet in der Gruppe.

Durch die generelle Bewertung, repräsentiert durch die Nähe zum Zentrum der Gruppe, kann der User ausdrücken, wie gut er die Website insgesamt findet.
Zusätzlich kann er über die Vergabe von Etiketten eine spezifische Bewertung zu bestimmten Aspekten einer Website abgeben. Das Etikett in Volltonfarbe drückt aus, dass bei dem betreffenden Bookmark dieser Aspekt besonders gut ausgeprägt ist, das schraffierte zeigt dementsprechend eine besonders schlechte Ausprägung an.

Es gibt immer Personen, die sich in einem Gebiet besonders gut auskennen und dazu eine umfangreiche Sammlung von Bookmarks haben. In solchen Fällen ist nicht die bestehende Sammlung interessant, sondern das ständig aktualisierte Archiv dieses Experten.

Die Suche nach Personen wird auf gleiche Weise definiert, wie die Suche nach Bookmarks. Das System vergleicht dann die Gruppen der anderen User mit der Suchdefinition und liefert die User zurück, die möglichst viele passende Bookmarks besitzen.

Der Suchende hat nun verschiedene Möglichkeiten, das Suchergebnis visuell zu filtern:

Er erkennt an der Nähe einer Gruppe zum Suchzentrum, wie passend diese ist; Er sieht, wieviele Bookmarks die anderen User gesammelt haben; Er sieht, wie die Gruppen benannt und weiter unterteilt wurden; Besonders aussagekräftig ist, wie die anderen User ihre Bookmarks bewertet haben.

Nach wie vor können die angezeigten Bookmarks genauer untersucht werden, indem die Website aufgerufen wird.

Bei Bedarf kann nun ein Link auf eine der Gruppen, bzw. User im eigenen Archiv abgelegt werden.

Wenn ein solches User-Bookmark geöffnet wird, formieren sich die Bookmarks des entsprechenden Users um das aufgezogene Zentrum - das Archiv des anderen Benutzers ist so direkt und stets aktualisiert verfügbar.
Obwohl der Einzelne vorrangig nur Interesse an der Pflege und Erweiterung seiner eigenen Bookmarks hat, trägt er doch dazu bei, dass nach und nach das gesamte Internet strukturiert wird. Die enorme Informationsfülle im Internet lässt sich eben nur durch dezentrale Instanzen überschauen. Zusätzlich werden die Inhalte der Websites von denjenigen beurteilt, die sie nutzen, und nicht von ihren Urhebern. Die Intelligenz der Anderen wird für den Einzelnen verfügbar.